70. Symposium 2009

Optimierung der energetischen Verwertung von organischen Abfällen im Zweckverbandsgebiet
von Horst Denk, Dipl.-Ing.(TU) Werner P. Bauer

Im Gebiet des Zweckverbands für Müllverwertung Schwandorf (ZMS) gibt es bei der Mehrzahl der ca. 1,8 Mio. Einwohner Bürger keine flächendeckende Erfassung von Bioabfällen über eine separate Biotonne. Im Verbandsgebiet hat sich verstärkte Eigenkompostierung etabliert, was mit Abschlägen bei den Abfallgebühren und durch direkte Bezuschussung von Kompostern von den Gebietskörperschaften motiviert wurde.


Sekundärrohstoffmärkte, Schlüsselstellung für die stoffliche Verwertung
von Eric Rehbock

Der Schrottmarkt unterscheidet zwischen Neu- und Altschrotten sowie dem Kreislaufschrott bzw. dem Eigenentfall der Stahlwerke und Gießereien. Beim Neuschrott handelt es sich um Produktionsabfälle der eisen- und stahlerzeugenden Industrie, der Fe- und NE-verarbeitenden Industrie sowie des Gewerbes (Blech- und Stanzabfälle, Späne). Der Altschrott wird nach dem Ver- oder Gebrauch von Stahl- und Eisenprodukten gesammelt. Er besteht zu ca. 70% bis 75% aus Industrie-, Gewerbe- und Abbruchschrotten und zu ca. 25% bis 30% aus Konsumgüterschrotten.


Vorwort
von Sigmar Gabriel


Kunststoffe - die jüngste Wertstoffgruppe im Recycling
von Dr. habil. Thomas U. Probst

Der verstärkte Einsatz von Kunststoffen in den verschiedenen Lebensbereichen beginnt in der Nachkriegszeit. Ein Highlight, das schon früh, nämlich in den 40er- Jahren, breiten Anklang findet, ist der Nylonstrumpf. Fast zeitgleich hat sich im Bewusstsein der Bevölkerung die Tupperware® verankert. Seit den 60er-Jahren ist der Trend zu Kunststoffen ungebrochen. Kunststoffe sind seither ein unverzichtbarer Bestandteil einer entwickelten Gesellschaft. Sie ersetzen zunehmend Holz, Metalle, Stein, Keramik, Porzellan, Beton und Naturfasern, die häufig die unterschiedlichen Eigenschaften der vorgenannten Materialien in einem Kunststoff vereinen.


Neue Systeme zur thermischen Behandlung und energetischen Verwertung
von Clemens Ulbricht, Hon. Prof. Dr.-Ing. Matthias Franke

Steigende Weltmarktpreise für fossile Primärenergieträger bieten Anlass zur intensiven Suche nach Alternativen. Neben der Erschließung neuer Ressourcen ist die intensivere energetische Nutzung vorhandener Abfallstoffe ein wichtiger Baustein zur Energieversorgung der Zukunft. Mit thermischen Verfahren können daraus Strom, Wärme und Treibstoffe gewonnen werden. Das energetische Potenzial von Müll wird oft schlecht ausgenutzt, da derzeit hauptsächlich die Entsorgung im Vordergrund steht.


Praxisorientierte Forschung auf dem Gebiet der mechanisch-biologischen Abfallbehandlung
von Dipl.-Ing. Gerhard Pilz, Dipl.-Ing. Torsten Baumann

Die Errichtung von mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen zählt in der Europäischen Union aus Gründen des Klimaschutzes zur nachhaltigen Abfallwirtschaft. Im Mittelpunkt steht dabei die Reduzierung der Treibhausgase aus den Hausmülldeponien, indem das Ablagern von unbehandelten Siedlungsabfällen verboten wurde. Strikte Anforderungen hierzu werden in Ausschreibungen meist generell abgefragt, somit liegen die Ausarbeitung der technischen Lösung, das verfahrenstechnische Konzept und das Risiko beim Anlagenbauunternehmen.


Urban Mining - Rohstoffe der Zukunft
von Prof. Dr. Mario Mocker, Prof. Dr.-Ing. Klaus Fricke, Dipl.-Ing. Ingrid Löh, Hon. Prof. Dr.-Ing. Matthias Franke, Dipl.-Geoökol. Tobias Bahr

Urban Mining bedeutet wörtlich aus dem Englischen übersetzt "städtischer Bergbau". Urban Mining umfasst im weitesten Sinne anthropogen geschaffene Lagerstätten materieller Ressourcen und ist somit nicht auf städtische Regionen beschränkt. Vor dem Hintergrund knapper und teurer werdender Ressourcen kommt diesen anthropogen geschaffenen Lagerstätten eine wachsende Bedeutung für die Ressourcenbereitstellung zu. Urban Mining ist ein in der Entsorgungswirtschaft etablierter Begriff und beschränkt sich üblicherweise auf die Lagerstätte Deponie das "Landfill Mining".


Qualität und Verwertungsmöglichkeiten für Reststoffe aus der energetischen Verwertung
von Dipl.-Chem. Hermann Nordsieck, Dipl.-Ing. (FH) Markus Hertel, Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Rommel

Bei der energetischen Verwertung von Abfällen und Ersatzbrennstoffen entstehen große Mengen an Aschen und Rauchgasreinigungsprodukten. Neben den grundlegenden Unterschieden zwischen Aschen aus der Feuerung, Aschen aus dem Kessel und Reststoffen aus der Rauchgasreinigung gibt es erhebliche Unterschiede innerhalb dieser Gruppen. Diese Unterschiede sind einerseits verfahrensbedingt, andererseits hängen sie eng mit der Brennstoffqualität zusammen.


Biomassetrocknung am Kompostwerk Würzburg mit anschließender energetischer und stofflicher Verwertung
von Karl Dormann

Die Firma Würzburger Kompostierungs-GmbH plant und betreibt am Standort Würzburg seit 1997 ein Kompostwerk für ursprünglich 25.000 Jahrestonnen nach dem "GICOM"-Tunnelkompostierungsverfahren mit 10 Rottetunneln. Die Standortansprüche durch die in 350 m beginnende Wohnbebauung haben damals den Ausschlag für die besonders emissionsarme Ausführung der baulichen und verfahrenstechnischen Anlagenteile gegeben.


Optionen zur Verwertung von Siebresten auf Bio- und Grünabfallkompostanlagen
von Dipl.-Ing. Oliver Kugelstadt, Prof. Dr.-Ing. Klaus Fricke, Frank Schwarz

Bei der stofflichen Verwertung von Bioabfall, bzw. der Produktion von Kompost entstehen im Rahmen der Aufbereitung und der Konfektionierung Siebreste. Nach überschlägiger Schätzung liegt der Anteil bei jährlich ca. 800.000 bis 1.000.000 Mg.


Nachhaltiges Bioabfallbehandlungssystem für Großstädte
von Dipl.-Ing. Thomas Turk, Dipl.-Ing. Günter Dehoust, Dr.-Ing. Martin Idelmann

Bereits heute leistet die Hamburger Abfallwirtschaft insgesamt einen nennenswerten Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen (THGE), im Jahr 2006 z.B. in der Größenordnung von -1.080.000 Mg CO2/a. Das stoffliche Recycling von Abfällen wie Altpapier, Altglas, Kunststoffen und Metallen mindert die Treibhausgasemissionen. Durch die energetische Nutzung von Abfällen in Müllverbrennungsanlagen, Ersatzbrennstoffkraftwerken oder Vergärungsanlagen werden primäre Energieträger geschont.


Getrenntsammlung von Bioabfällen im ländlichen Raum und dezentrale Kompostierung
von Susanne Selbert, Carsten Mielke

Fast 3.000 km südlich vom Nordkap und ca. 2.000 km nördlich von Sizilien liegt nahezu in der Mitte Deutschlands der Landkreis Kassel, mit 245.000 Einwohnern in 29 Städten und Gemeinden. Der Eigenbetrieb "Abfallentsorgung Kreis Kassel" erfüllt hier die hoheitlichen Aufgaben der Abfallwirtschaft und ist neben anderen Bereichen wie Abfalleinsammlung und Abfallmanagement auch für die Kompostierung zuständig.


Die getrennte Sammlung von Bioabfall - Luxus oder ökologische / ökonomische Notwendigkeit?
von Prof. Dr. Ing. habil. Werner Bidlingmaier, Dipl. Ing. Christian Springer

Die gestellte Frage setzt die Beantwortung von zwei unterschiedlichen Fragenkomplexen voraus. Erstens ist zu untersuchen, ob die Verwertung von Bioabfall einen Nutzen besitzt und wenn Ja ob die getrennte Sammlung dann eine notwendige Voraussetzung ist.


Verwertung von Reststoffen aus Vergärungsverfahren
von Dipl.-Chem. Markus Ott

Die Verwertung von Reststoffen aus Vergärungsverfahren ist in verschiedenen Übersichten bereits beschrieben worden. Genauso sind technische und rechtliche Rahmenbedingungen in der Regel bekannt; letztere in verschiedenen Ländern sehr unterschiedlich. Hierzu wird auf die vorliegende Schriftenreihe sowie die einschlägige Literatur verwiesen. Im Folgenden wird die Verwertung von Gärreststoffen deshalb gezielt anhand Erfahrungen beschrieben, die mit Anlagen nach dem BTA®-Prozess gemacht wurden. Nichtsdestotrotz sind diese, sofern die technischen Voraussetzungen gegeben sind, auch auf andere Verfahren übertragbar.


Neueste Entwicklungen in der Kunststoff-Sortierung und Konfektionierung
von Dipl.-Wirtsch.-Ing. Dirk Mellen

Die Anforderungen an Sortierqualitäten werden in zunehmenden Umfang von der Verwertung definiert. Dies folgt dem Umstand, dass aufgrund gestiegener Rohstoffpreise ein stetig wachsender Anteil der Kosten der Kette aus Sortierung und Verwertung über die Erlöse aus Wertstoffen generiert werden. Dementsprechend muss sich die verwertende Industrie am Anforderungsprofil des Verarbeiters orientieren.


Optimierung der Gewerbeabfallaufbereitung - Herausforderung zwischen Wertstoffsortierung, Brennstoffkonfektionierung und Resteminimierung
von Dr. Markus Helftewes, Prof. Dr.-Ing. Sabine Flamme, Prof. Dr. Michael Nelles

Mit Inkrafttreten der TASi im Jahr 2005 und dem damit verbundenen Ablagerungsverbot von unbehandelten Siedlungsabfällen sind in Deutschland eine Vielzahl von Anlagen zur Aufbereitung von hausmüllähnlichen Gewerbeabfällen realisiert worden. Diese wurden zumeist individuell gemäß den Anforderungen eines lokalen Inputspektrums sowie festgelegter Outputwege konzipiert. In den letzten Jahren stehen diese Anlagen in einem Spannungsfeld, welches sich durch eine beispiellose Dynamik in der Variabilität der Outputwege hinsichtlich Qualität und Quantität auszeichnet.


Finanzierungsanspruch an DSD? Wer zahlt welchen Anteil? Vertragsrechtliche Probleme bei der Einführung neuer Sammelsysteme
von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Vergaberecht Dr. Frank Wenzel

Soweit neue Sammelsysteme eingeführt werden, stellt sich zwangsläufig die Frage der Finanzierung. Kommunale Sammelsysteme, die in Erfüllung der Pflichten aus Paragraph 15 Abs. 1 KrW-/AbfG vorgehalten werden, finanzieren sich nach Maßgabe des jeweiligen Landeskommunalabgabenrechts über Beiträge oder Gebühren, die gegenüber den Anschlusspflichtigen bzw. Nutzern des Entsorgungssystems erhoben werden.


Neue Entwicklungen in der Stör- und Wertstoffdetektion
von Hans J. Maier

Detektionssysteme die sowohl Störstoffe in Biotonnen, als auch zu viel Altmetalle in Restmüllbehältern finden (automatisch und ohne Zeitverlust), bringen finanzielle und ökologische Vorteile in großem Ausmaß. Es entsteht beim Bürger eine positive, psychologische Wirkung - er trennt besser.


Neue Sammelsysteme - Auswirkungen auf die Sortiertechnologien und erzielbare Produktqualitäten
von Prof. Dr.-Ing. Thomas Pretz

Seit Beginn einer organisierten Abfallwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland Anfang der 1970er Jahre sind Versuche unternommen worden, aus gemischtem Siedlungsabfall bzw. Hausmüll Wertstoffe anzureichern. Die ersten großtechnischen Versuche haben sehr schnell aufgezeigt, dass mit Ausnahme von magnetisierbaren Metallen stofflich verwertbare Produkte nur mit großen Einschränkungen gewonnen werden konnten und die Aufbereitung vorwiegend zu energetisch verwertbaren Produkten führte.


Hamburger Wertstofftonne
von Dr. Imke Schneider

Seit 2006 testet die Stadtreinigung Hamburg versuchsweise in zwei Stadtteilen eine Miterfassung von stoffgleichen Nichtverpackungen sowie Elektrokleingeräten im Gelben Sack. Fazit: Hohe Akzeptanz und Steigerung der Erfassungsmengen.


Neue Sammelsysteme - Mengen, Qualitäten, Kosten
von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Arnd I. Urban

Nach wie vor steht die Abfallwirtschaft bei den Bürgerinnen und Bürgern hoch im Kurs. Die Abfallentsorgung soll komfortabel, einfach und kostengünstig sein. Der ordnungsgemäße Umgang mit den Abfällen wird als Selbstverständlichkeit erwartet. Bürgerinnen und Bürger sehen dabei grundsätzlich ihre Stadt, ihre Kommune, ihren Kreis in der Verantwortung. Treten Probleme zutage, wird nach der öffentlichen Hand als Gewährleister gerufen, selbst wenn Dritte, z. B. auf Grundlage der Verpackungsverordnung verantwortlich sind.


Die Gestaltung von Entsorgungsverträgen zur Beherrschung von Marktschwankungen
von RA Hartmut Gaßner

Die Entwicklung auf den globalen Sekundärrohstoffmärkten, insbesondere dem Altpapiermarkt, hat im Laufe des letzten Jahres zahlreiche Vertragspartner vor die Frage gestellt, inwieweit sich bestehende Verträge an extreme Marktschwankungen anpassen lassen. Besondere Bedeutung hat diese Frage für öffentliche Auftraggeber, die mit privaten Unternehmen langfristige Entsorgungsverträge unter anderen wirtschaftlichen Vorzeichen geschlossen haben.


Klärschlamm als Sekundärrohstoff
von Dr.-Ing. Karl-Georg Schmelz

In der Vergangenheit wurde Klärschlamm im Zusammenhang mit dem Thema "Sekundärrohstoff" immer als Sekundärrohstoffdünger gesehen. Diese Sichtweise hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Neben dem Einsatz von Klärschlamm in der Landwirtschaft, wo Klärschlamm natürlich nach wie vor als Dünger (und Bodenverbesserer) eingesetzt wird, spielt Klärschlamm als Sekundärbrennstoff eine immer größere Rolle.


Sekundärrohstoffmärkte - Kompostprodukte, Perspektiven, Bedarf, Qualitätsanforderungen, Erlöse
von Dipl.-Ing. agr. Aloys Oechtering

Die weltweit gestiegene Nachfrage nach Rohstoffen und der damit verbundene Preisanstieg im vergangenen Jahr, hat die Thematik einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Rohstoffwirtschaft wieder nach vorne gebracht. Experten gehen auch heute bei wieder fallenden Rohstoffpreisen davon aus, dass in einer globalisierten Wirtschaft Rohstoffe zukünftig knapp und teuer bleiben werden. Daher werden auch Sekundärrohstoffe aus Abfallfraktionen immer interessanter für den ersten Rohstoffmarkt. Die Rohstoffsicherung durch Abfalltrennung und hochwertiges Recycling wird somit zunehmende Bedeutung erlagen.


Altpapier im Wandel der Zeit
von Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h.c. Bernd Bilitewski, Dipl- Ing. Thomas Kügler

Im Bereich der Papierindustrie sind in den letzten Jahren große Veränderungen der Stoffströme infolge gesetzlicher Regelungen (VerpackV, Selbstverpflichtung der graphischen Papierhersteller, Verarbeiter, Druckfarbenhersteller etc.) sowie durch technische Weiterentwicklungen im Bereich der Altpapieraufbereitung, der Deinkingtechnologie und der Abwasserreinigung zu verzeichnen. Darüber hinaus zeichnet die Entwicklung des Altpapiermarktes und des Entsorgungsmarktes für die Entwicklung der letzten Jahre verantwortlich.


Abwasser und Klärschlamme getrennt nutzen
von Prof. Dr.-Ing. Norbert Dichtl, PD Dr.-Ing. Thomas Dockhorn, Dr. Daniel Klein

Die Sicherstellung einer geregelten Wasserversorgung und Abwasserverwertung ist eine Aufgabe von globaler Bedeutung, die in den UN Millennium Development Goals (2000) in konkrete Zahlen gefasst wurde: Bis 2015 soll der Anteil der Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser bzw. grundlegender Sanitärtechnik halbiert werden (UN, 2007). Gleiches gilt für die Klärschlammbehandlung und —beseitigung. Umgerechnet bedeutet dies, weiteren 370.000 Menschen täglich den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen (Sanitärtechnik: 550.000). Dieses Ziel wird wohl nicht erreicht werden können.

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