"Ich bin frei! - CO2-freundliche Anreise" - Spendenaktion

528,00 Euro für ein Biokohle-Projekt in Afrika!

Die An- und Abreise der TeilnehmerInnen beim 73. ANS-Symposium verursachte klimawirksame Emissionen. Um das ausgerufene 2°C-Ziel des Intergovernmental Panel of Climate Change der Vereinten Nationen zu unterstützen, wurde im Rahmen dieser Konferenz die Möglichkeit gegeben, die persönlichen Treibhausgasemissionen zu berechnen und auszugleichen.
Die An- und Abfahrt zur Konferenz wurde mit dem Auto, der Bahn oder dem Flugzeug getätigt. Diese Transportmittel verursachen unterschiedlich viele direkte Emissionen. Dies ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Auch die Bereitstellung der genutzten Energieträger (z.B. Benzin) ist mit den sogenannten indirekten Emissionen verbunden. Werden alle Prozessschritte bei der Berechnung der Treibhausgase im Transportsektor berücksichtigt, wird vom „Well to Wheel" Ansatz gesprochen.
Dadurch wird es möglich, alle Verkehrsträger direkt miteinander zu vergleichen und alle tatsächlichen Emissionen zu berechnen und somit auszugleichen. Am CO2-Stand konnte während des Symposiums die persönliche Klimabilanz erstellt und in Form von Pflanzenkohle ausgeglichen werden. Die Herstellung der Pflanzenkohle und die damit verbundenen Energieaufwände wurden berücksichtigt, wobei nach den aktuellsten Erkenntnissen (vgl. Rödger et al., 2012; Hammond et al., 2011; Roberts et al., 2010) zwischen 2,3 - 2,7 kgCO2eq kgPflanzenkohle-1 vermieden werden können. Die Herstellung eines Kilogramms Pflanzenkohle kostet ca. 1,79 € (abhängig vom georderten Volumen).
Als Dankeschön erhielten die Spender für die Teilnahme an der Aktion ein kleines Paket Pflanzenkohle der Fa. Pyreg GmbH und ein „Ich bin frei"-Button. Durch diese Aktion wird im November dieses Jahres Pflanzenkohle im Wert von ca. 1.100 € produziert und kostenfrei zwei Forschungsprojekten an der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Deutschland zur Verfügung gestellt. Das gespendete Geld wird dagegen einem Projekt der Abokobi Society Switzerland (ASS) in Ghana zur Verfügung gestellt.
 

Das Projekt in Ghana

Die Abokobi Society Switzerland (ASS) (Link hinterlegen www.abokobi.ch/) ist ein kleiner schweizerischer Entwicklungshilfeverein mit Sitz in Zollikon bei Zürich. Der Verein betreibt seit 40 Jahren landwirtschaftliche Entwicklungshilfe in Ghana. Die Idee für das Biochar-Projekt in Ghana entstand im Jahr 2008. Sie basierte auf der Erkenntnis, dass in Nordghana in der Trockenzeit (7-8 Monate im Jahr) Hunger herrscht und dass infolge der dadurch auftretenden Schwächung des menschlichen Organismus die Anfälligkeit auf Krankheiten überdurchschnittlich
Maisfeld in Nordghana – Vorne ohne Pflanzenkohle und hinten mit Zusatz
hoch ist. Im Gebiet herrscht eine große saisonale Arbeitslosigkeit (Trockenzeit).

Ziel
 
Den Subsistenzbauern in Nordghana soll mit Biochar ein Instrument in die Hand gegeben werden, welches dank nachhaltig vergrößerter Felderträge den Hunger reduziert, den Gesundheitszustand der Menschen verbessert und das Selbstwertgefühl und ihre Familien stärkt. Gleichzeitig soll das Projekt helfen, ab 2012 durch den Verkauf von Ernteüberschüssen eine Einkommensquelle zu erschließen.
 
Aktueller Stand
 
Im Jahr 2009 wurden in Südghana groß angelegte Biochar-Feldversuche begonnen, jedoch wurden keine relevanten Mehrerträge festgestellt. Etwas nachgestaffelt führte ASS im Jahr 2009 auch in Nordghana erste Versuche durch. Auf Anhieb wurde dort ein Mehrertrag von 50% pro m² erzielt. Diese unterschiedlichen Ergebnisse hat der ASS über die letzten 2 Jahre analysiert, und es konnte dadurch bis Ende 2011 das Biochar-Produkt verbessert und im Mittel die Ernteerträge verdoppelt werden.
Kräftig und dunkelgrün wachsender Mais auf Boden mit Biochar-Kompost Zugabe
 
Weiteres Vorgehen
 
Im Frühsommer 2012 wurden erstmals 20 Kleinbauern mit je 5 t einer Biochar/Kompost-Mischung beliefert, die für ca. 0,5 ha Bodenverbesserung reicht. Die reinen Materialkosten betragen ca. 800 € pro ha. Dieser Betrag lässt sich mit dem Mehrertrag aus 2-3 Ernten wieder hereinholen. Zur Zeit belegen erste Fotos das enorm verstärkte Pflanzenwachstum bei Mais auf verbessertem Boden. Die Ernte findet im Okt./Nov. 2012 statt. Die Laufzeit des Projektes wird mit Gratislieferungen von Biochar-Kompost-Gemisch an weitere Subsistenzbauern bis ca. 2014/15 mit steigenden jährlichen Mengen fortgesetzt.
 

Einsatz der Spenden

Herr Jenny hat dem ANS e.V. eine Idee zur Verwendung der Spendengelder des 73. ANS-Symposiums zugesandt. Diese wird gerade auf ihre Umsetzbarkeit überprüft. Die auf dem Bild zu sehenden Bauern sollen im Jahr 2013 durch das ANS-Spendengeld unterstützt werden. Durch das Geld kann ¼ ihrer Flächen mit Pflanzenkohle behandelt werden. Im August nächsten Jahres wird dann über den Erfolg der Maisernte auf der Internetseite des ANS e.V. berichtet.

Vielen Dank an die Spender. Sollten Sie auch Interesse haben, das Projekt zu unterstützen, wenden Sie sich bitte an den ANS e.V.

Dies sind die zu unterstützenden Bauern in Afrika auf ihrem Maisfeld

Termine des ANS