Gemeinsames Positionspapier der Verbände ANS, ASA, BDE, BGK, bvse, DGAW, VHU, VKU zur Entsorgung von biologisch abbaubaren Kunststoffen über die Bioabfallbehandlung/ Kompostierung

Der ANS e. V. hat sich zusammen mit weiteren Verbänden der Abfallwirtschaft einer von der BGK - Bundesgütegemeinschaft Kompost e. V. initiierten gemeinsamen Position gegen die Entsorgung von biologisch abbaubaren Kunststoffen über die Bioabfallbehandlung/Kompostierung ausgesprochen

Anlass für die gemeinsame Position ist ein von der Europäischen Kommission geplanter Durchführungsrechtsakt. Danach sollen biologisch abbaubare Kunststofftragetaschen mit einem Label für die Kompostierung gekennzeichnet werden.

Hinzu kommen zunehmende Anfragen aus Produktion und Handel, bei denen davon ausgegangen wird, dass z.B. Verpackungen oder Cateringmaterialien aus biologisch abbaubaren Kunststoffen über eine gemeinsame Kompostierung zusammen mit Bioabfällen besonders umweltverträglich verwertet werden können. Dass eine solche Verwertung weder hochwertig noch zulässig ist, wird dabei häufig übersehen.

Mit ihrer gemeinsamen Position wenden sich die Verbände v.a. gegen Kennzeichnungen wie "biologisch abbaubar" oder "kompostierbar", die eine Lenkung biologisch abbaubarer Kunststoffprodukte in die biologische Abfallbehandlung (Kompostierung, Vergärung) suggerieren oder bewirken. Solche Kennzeichnungen sind auch deshalb nicht zielführend, weil dadurch die Hemmschwelle für eine unzulässige Entledigung der Materialien in die Umwelt (Littering) gesenkt wird.

Die Unterzeichner bestärken den Verordnungsgeber und die Politik darin, biologisch abbaubare Kunststoffprodukte von der Kompostierung auszuschließen. In der Kompostierung entfalten sie weder für den Prozess noch die Produkte einen Nutzen. Vielmehr können sie diese negativ beeinträchtigen. Auch ihr energetischer Wert bleibt ungenutzt.  

Biobasierte und zertifiziert bioabbaubare Kunststoffbeutel, die bei der Erfassung organischer Küchenabfälle aus Haushaltungen als Inlay von Vorsortierbehältern zum Teil verwendet werden, sind nicht Gegenstand der gemeinsamen Position. Hier wird die Auffassung des Umweltbundesamtes (UBA) geteilt, dass solche Beutel nur dann verwendet werden können, wenn sie in Anhang 1 der Bioabfallverordnung gelistet und von den jeweils vor Ort zuständigen öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern (örE) in Abstimmung mit den jeweiligen Bioabfallbehandlern zugelassen sind.

Das Positionspapier der Verbände finden Sie hier.

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