Fachausschuss Biologische Abfallbehandlung & Deponierung (BioB&D)

Der Fachausschuss (FA) ist am 13. Nov. 2018 zu seiner 8. Sitzung in der Biogasanlage Finkenberg der Biothan GmbH bei Fulda zusammengekommen.

Die Leitung des FA, Herr Schneider und Herr Turk, konnte ca. ein Dutzend Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. Intensive Gespräche wurden insbesondere im Rahmen der Vorstellung und Diskussion der drei Schwerpunktthemen dieser Sitzung geführt.

Herr Zürn vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Stuttgart, stellte die Hintergründe und Zusammenhänge vor, warum das Baden-Württembergische (Ba-Wü) Umweltministerium die Verarbeitung von verpackten Lebensmitteln nicht länger als Verwertung im Rahmen der BioAbfallV zulassen will. Ausgehend von einem schweren Unfall im LK Reutlingen will das Land Ba-Wü nunmehr gemeinsam mit Schleswig-Holstein und anderen Ländern über die LAGA u. a. eine strikte Trennung von Verpackungen und Lebensmitteln als Voraussetzung für die Anerkennung einer Verwertung nach BioAbfallV erreichen.

Herr Stelzer, vom Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) in Kassel stellte die wesentlichen Ergebnisse einer Untersuchung zur Flexibilisierung der Stromerzeugung von Biogutvergärungs- und Kompostierungsanlagen vor. Die Potenziale wurden dabei an Praxisanlagen untersucht und anhand der Massenpotenziale der Verwertung von Bio- und Grüngut hochgerechnet. Als Praxisanlagen dienten einerseits eine Vergärungsanlage nach dem Prinzip des kontinuierlichen beschickten Pfropfenstroms und andererseits eine Batch-Anlage. Unterschiede sind nicht nur in der Frage der Vollstrom- oder Teilstromvergärung zu sehen. Vielmehr sind wesentliche Unterschiede in der Orientierung hinsichtlich einer effizienten und erlösseitig optimierten Verwertung der Gasmengen durch Verstromung festzustellen gewesen.

Herr Bien, seit 7 Jahren auf der Anlage der Biothan tätig, zunächst als stv. Betriebsleiter, seit einem Jahr als Betriebsleiter, stellte die Anlage und deren Entstehungsgeschichte eingehend vor. Sie beinhaltet für den Bioabfall zwei Linien eines Pfropfenstromfermenters nach dem Prinzip von Kompogas und eine Nassvergärung für überlagerte Lebensmittel usw. mit insgesamt ca. 32 Tagen Aufenthaltszeit in den Gärbehältern. Die erzeugten Gasmengen werden gemeinsam zur Druck-Wechsel-Adsorption (Schmack CarboTech) geführt. Dort werden 1.000 Nm³/h über zwei Linien einer biologischen Entschwefelung eingebracht. Das aufbereitete, hochkonzentrierte Methan wird dann ins Hochdruckgasnetz in ca. 3-4 km Entfernung eingespeist. 

 

 Nassvergärung von Speiseabfällen und Lebensmittelresten

 Der Fachausschuss BioB&D vor Ort bei der Biothan GmbH.
 Überlagerte Lebensmittel und Speisereste im Eintragsbereich
 

Termine des ANS