Fachausschuss Klimaschutz durch Abfall- und Stoffstrommanagement

Planung eines Fachausschusses Klimaschutz im ANS e.V.

Der Arbeitskreis zur Nutzung von Sekundärrohstoffen und für Klimaschutz ANS e.V. plant die Gründung eines neuen Fachausschusses, der insbesondere Kommunen, aber auch sonstigen Planern und Betreibern von Anlagen sowie weiteren Interessierten eine Plattform für den Austausch und die Entwicklung neuer Ideen und Konzepte für Klimaschutzaktivitäten bietet. Schwerpunkt sollen dabei Maßnahmen zur Behandlung, stofflichen und energetischen Nutzung biogener Rest- und Abfallstoffe sein.

Nicht zuletzt aufgrund der „Fridays for Future"-Bewegung nimmt der Klimaschutz in Deutschland in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen aktuell wieder einen höheren Stellenwert ein. Vermehrt auftretende Phänomene wie Rekordtemperaturen oder Baumsterben zeigen, dass dringend weitere Maßnahmen zur Reduzierung der globalen Erderwärmung getroffen werden müssen. Auch wenn Diskussionen und politische Ziele einen wichtigen Rahmen vorgeben, müssen konkrete Konzepte und Projekte an lokale Gegebenheiten angepasst und auf dieser Ebene geplant und umgesetzt werden. Hier können Kommunen einen wichtigen Beitrag leisten. Daten des Umweltbundesamtes zeigen, dass ein gezieltes Stoffstrommanagement im Bereich der Abfallwirtschaft in Deutschland bereits dazu geführt hat, dass seit 1990 aus 38 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten an Emissionen bis zum Jahr 2015 eine Nettoentlastung der Atmosphäre von 27 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten wurde. Hauptursachen für diesen Erfolg waren der Ausstieg aus der Deponierung unbehandelter Siedlungsabfälle sowie die verstärkte stoffliche und energetische Nutzung der Abfälle. Dennoch bestehen weiterhin große Herausforderungen z.B. im Bereich der Klärschlammbehandlung, aber auch Chancen und Potenziale aufgrund bisher ungenutzter Stoffströme sowie neuer Technologien wie z.B. der Herstellung von Pflanzenkohlen durch Pyrolyse oder hydrothermale Karbonisierung. Kommunale Akteure könnten somit vermehrt dazu beitragen, ihre Stoffkreisläufe zu schließen und so aktiven Klimaschutz vor Ort zu praktizieren.


Der ANS möchte dazu beitragen diese Chancen zu nutzen und im Rahmen eines neuen Fachausschusses den Informationsaustausch und das Initiieren konkreter Projekte fördern. Hierzu dienen u.a. das Vorstellen von Best-Practice-Beispielen und neuen Entwicklungen, Diskussionen über Chancen und Hemmnisse sowie die Erarbeitung von Stellungnahmen zu gesetzlichen Rahmenbedingungen.

In einem Kick-off-Termin am 25.9.2019 um 14 Uhr an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen sollen die Zielrichtung diskutiert und das weitere Vorgehen geplant werden. Interessierte sind herzlich eingeladen, an der Besprechung teilzunehmen oder vorab Vorschläge für die inhaltliche Ausgestaltung und konkrete Aktivitäten zu machen. Ansprechpartner sind aus dem Vorstand Prof. Loewen von der HAWK (achim.loewen@hawk.de; Tel 0551 5032 257), Prof. Wallmann vom Werra-Meißner-Kreis (rainer.wallmann@werra-meissner-kreis.de; Tel. 05651 302 1020) sowie die Geschäftsstelle des ANS e.V..

 

Auf dem Bad Hersfelder Biomasseforum sowie dem Zukunftsforum Energiewende in Kassel, die beide im November stattfinden und an denen der ANS beteiligt ist, könnten dann die Gründung bekannt gegeben und weitere potenzielle Mitglieder eingeladen werden.